ANNÉE SUIVANTE

V'06

L' ANNÉE SUIVANTE

YEAR AFTER, THE

Isabelle Czajka
F, 2006
Spielfilme, 91min, OmeU

L' ANNÉE SUIVANTE

Isabelle Czajka
F, 2006
Spielfilme, 91min, OmeU

Mit: 
Anaïs Demoustier
Ariane Ascaride
Patrick Catalifo
Bernard Le Coq
Drehbuch: 
Isabelle Czajka
Ton: 
Eric Boisteau
Marie-Christine Ruh
Frédéric Bielle
Kamera: 
Denis Gaubert
Schnitt: 
Isabelle Manquillet
Musik: 
Eric Neveux

Produktion: 
Pickpocket Productions 9 rue Sévero 75014 Paris, Frankreich T 1 45 40 50 44 pickpocket.prod@free.fr
Weltvertrieb: 
Films Distribution 20 rue Saint Augustin 75002 Paris T 1 53 10 33 99 wisnia@filmsdistribution.com
Format: 
35 mm
Farbe

Die 17-jährige Emmanuelle wohnt in einem Pariser Vorort. Jeden Tag fährt die junge Frau in das Spital, in dem ihr todkranker Vater liegt. Als dieser stirbt, bleiben Mutter und Tochter alleine übrig, aber nur Emmanuelle scheint den Vater zu vermissen. Sie schaut sich alte Fotos an und lauscht den Tonbandaufnahmen seiner Stimme. Für die Mutter geht das Leben weiter, während Emmanuelle keinen Bezugspunkt mehr hat und keine Freude am Leben mehr empfindet. Ruhe findet sie nur in den endlosen, täglichen Pendelfahrten mit Bus und U-Bahn, die ihrem Leben einen Rhythmus geben und sie an die letzten gemeinsamen Momente mit ihrem Vater erinnern. L'Année suivante ist ein Film über den unwiderruflichen Verlust eines geliebten Menschen, über das Ende der Jugend und den abrupten Beginn des Erwachsenenlebens. Orientierungslos läuft Emmanuelle durchs Leben: Mit dem Tod ihres Vaters wird die junge Frau allein nicht fertig, ihre egozentrische Mutter nimmt sich keine Zeit für sie, und die Lebenslust scheint Emmanuelle abhanden gekommen zu sein. Ohne große Dialoge fängt Isabelle Czajka in sorgsam kadrierten Einstellungen die Verlorenheit und Leere Emmanuelles ein. Die winterliche Stimmung und die kalten Blau- und Grautöne korrespondieren mit der inneren Kälte, die im Kontrast zu den rot leuchtenden allgegenwärtigen Werbeflächen mit den Glücksversprechungen der Konsumwelt, mit denen der Pariser Vorort zugepflastert ist, steht. Gleichzeitig hält die Regisseurin den Zuschauer mit ihrer nüchtern-zurückhaltenden Erzählweise und vor allem durch den retrospektiven Off-Kommentar der Protagonistin auf Distanz: Czajka involviert uns kaum in das Geschehen, sondern lässt uns von außen das Geschehen verfolgen und auf ihre Haupfigur blicken. (Walter Gasperi)