Festivalarchiv 17

Festivalinfo

BILANZ DER VIENNALE 2017

Mit der Galavorführung des Films LA VILLA von Robert Guédiguian ging die 55. Auflage der Viennale erfolgreich zu Ende. Bei insgesamt weniger Vorstellungen als im Vorjahr ist die Zahl der BesucherInnen mit 91.700 im Vergleich zu 2016 (92.300 BesucherInnen) nahezu gleich geblieben. Die Auslastung ist auf 82,6% leicht gestiegen. Etwas mehr als ein Drittel der Vorstellungen der Viennale 2017 waren ausverkauft.

«Ich freue mich natürlich über die absoluten Zahlen und die gestiegene Auslastung, aber noch mehr zählt für mich die begeisterte Aufnahme des Programms durch das Publikum. Ich bin überzeugt, dass dieser Enthusiasmus positive Auswirkungen auf das kommende Kinojahr haben wird», so Franz Schwartz, der interimistische künstlerische Leiter der Viennale.

Von den diesjährigen Sonderprogrammen war die Hommage an Hans Hurch ein besonders schöner Erfolg. Auch das Programm Napoli! Napoli!, das sich der Entstehung des Neuen Neapolitanischen Kinos widmete, konnte die Erwartungen deutlich übertreffen.

Zu den Highlights des diesjährigen Festivals zählten auf alle Fälle die großen Gartenbaukino-Premieren der neuen österreichischen Filme. Herausragend war außerdem der Eröffnungsfilm LUCKY in Anwesenheit des Regisseurs John Carroll Lynch, der das Publikum dann auch bei einem Talk im Festivalzentrum fesseln konnte. Wie zu erwarten war, stieß der Wien-Besuch von Österreichs Hollywoodstar Christoph Waltz anlässlich des ihm gewidmeten Viennale-Tributes auf gewaltiges Publikums- und Medieninteresse. Darüber hinaus erwiesen sich die Anwesenheit der britischen Schauspiel-Ikone Vanessa Redgrave und des großen französischen Schauspielers und Regisseurs Mathieu Amalric als echte Festival-Höhepunkte.

Das neue Viennale Festivalzentrum in der Kunsthalle Wien im Museumsquartier wurde begeistert aufgenommen. Es konnte sowohl als Ort für intensive Gespräche und Diskussionen als auch als Location für Konzerte und Partys vollends überzeugen.

Die große, gemeinsam mit dem Österreichischen Filmmuseum veranstaltete Retrospektive UTOPIE UND KORREKTUR –Sowjetisches Kino 1926–1940 und 1956–1977 kommt, hochgerechnet auf die Gesamtlänge des Programms, auf etwa 3.600 BesucherInnen.

Trailer

Abel Ferrara: HANS

Im Juli 2017 reiste Hans Hurch nach Rom, um dort Abel Ferrara zu treffen und mit ihm die Modalitäten und den Inhalt eines möglichen Viennale-Trailers zu besprechen. Nach Hans Hurchs unerwartetem Tod gestaltete Ferrara den Trailer als Nekrolog: Man sieht eine Stadtlandschaft in der Abenddämmerung, man hört Musik, fernes Kindergeschrei. Das Gesicht des Viennale-Direktors wird mit friedlichem Ausdruck im Profil eingeblendet, eine elektronisch verfremdete Stimme spricht, kaum verständlich, den Namen Hans aus. In einer intensiven Überblendungsästhetik zieht ein Jugendfoto von Bob Dylan vorbei und die emblematische Abbildung von John Ford mit der schwarzen Augenklappe.

Abel Ferraras Trailer ist eine Phantasmagorie, ein visuelles Vexierspiel, das einige Dinge, die Hans Hurch wichtig waren, mit traumartigen Sequenzen verknüpft und einen Augenblick der höchsten existentiellen Verdichtung zelebriert.

In einer Begleitnote schreibt der Regisseur: „A small thank you to someone who constantly and consistently maintained the dream of the eternal cinema.” (“Ein kleines Dankeschön für jemanden, der den Traum vom ewigen Kino konstant und konsequent aufrecht erhalten hat.“)

 

ABEL FERRARA: HANS
Italien/Österreich 2017, 1 Minute
35mm/1:1.78/Farbe/kein Dialog

Konzept Abel Ferrara
Produktion Leo Productions für Viennale
Weltvertrieb sixpackfilm
Weltrechte Viennale

ABEL FERRARA
Geboren 1952 in der Bronx, New York. 1979 realisiert er seinen Debütfilm DRILLER KILLER. Etabliert sich in Folge als einer der radikalsten und am meisten beachteten Off-Hollywood-Regisseure. Seine Filme werden regelmäßig bei der Viennale gezeigt.
 

Gäste

Die Viennale konnte in diesem Jahr 130 RegisseurInnen und SchauspielerInnen in Wien willkommen heißen, die ihre Filme persönlich beim Festival präsentierten.

Zu den internationalen Medien, die 2017 bei der Viennale vertreten waren, zählten neben zahlreichen anderen Le Monde, Libération, France24 TV (Frankreich), Süddeutsche Zeitung, Deutschlandradio Kultur (Deutschland), Neue Zürcher Zeitung (Schweiz), Expresso (Portugal), Il Messaggero (Italien), Ethnos, Ta Nea (Griechenland), Politika (Serbien), Monitor (Kroatien), BBC World (Großbritannien), sowie Fach- und Branchenmedien wie Cahiers du cinéma, Sight & Sound, Film Comment, Cinemascope, De Filmkrant, 4:3, Cineuropa, Cinepur, mubi.com, theartsdesk.com, kinozeit.de, critic.de, artechock.de, mediacritica.it, Filmögon, Ekran, Film International, Cinephilia, Altyazi, twitchfilm.com, u.a.

Wir durften zudem VertreterInnen der Berlinale sowie der Filmfestivals von Locarno, Lissabon, Rotterdam, Toronto, Mar del Plata, Mexiko City, Oberhausen, München, Prag, Warschau, Seoul, Jeonju City, Pingyao u.a. bei der Viennale willkommen heißen.

Insgesamt waren rund 650 Medien- und BranchenvertreterInnen bei der Viennale 2017 akkreditiert.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen beim Festival 2018.

Sujet

Konzept & Realisation: Rainer Dempf
© Viennale

Photos

Hier sehen Sie eine kleine Auswahl der schönsten Fotos der Viennale 2017:
(Die Bildergalerien der einzelnen Festivaltage finden Sie hier.)

Rahmenprogramm

Nach fünf Jahren in der „Alten Post“ in der Dominikanerbastei, die wegen Umbauarbeiten nicht mehr zur Verfügung stand, übersiedelte das Viennale Festivalzentrum in die KUNSTHALLE WIEN im MuseumsQuartier. Die großartige Location war auch 2017 Treffpunkt für spannende Diskussionen und musikalische Acts.

«Palm Spring’s Finest» DJ Day eröffnete den Viennale-Partyreigen. Es folgten Abende mit Live-Konzerten von Amp Fiddler, Mirac, Photay aka Evan Shornstein und Drummer Daniel Schreiber. Die Liste der DJs: Drehli Robnik | Sissyboy, Booty Carrell, Dj Coolmann, DJ Zuzee und Mrs. Zee.

Highlights waren zudem Diskussionen mit Tindersticks-Sänger Stuart A. Staples, Schauspielerin und Menschenrechtsaktivistin Vanessa Redgrave, den RegisseurInnen Marie Dumoras, Rahul Jain und John Carroll Lynch. Im Rahmen der Buchpräsentation «Hans Hurch. Vom Widerschein des Kinos» lasen die Herausgeber Claus Philipp und Armin Thurnher aus dem Buch, und erzählten die eine oder andere Anekdote aus der gemeinsamen Vergangenheit mit Hans Hurch. 

Filmpreis

Standard Viennale Publikumspreis

Im Jahr 2017 ging der STANDARD VIENNALE PUBLIKUMSPREIS an:

L’INSULTE, Ziad Doueiri, F/Libanon 2017

Jury: Robert Jolly, Gabriele Keller, Michael Schober, Selina Ströbele, Julia Tanzer.

 

Wiener Filmpreis

Im Jahr 2017 ging der WIENER FILMPREIS an:

Kategorie Spielfilm
DIE LIEBHABERIN
, Lukas Valenta Rinner, A/Südkorea/Argentinien 2016

Kategorie Dokumentarfilm
UNTITLED
, Michael Glawogger, Monika Willi, A/D 2017

Jury: Gregor Eichinger, Till Fellner, Olga Flor, Bettina Hering, Voodoo Jürgens.

FIPRESCI PREIS

Im Jahr 2017 ging der FIPRESCI-PREIS an:

DISTANT CONSTELLATION, Shevaun Mizrahi, USA/Türkei 2017

Jury: Robenson Eksiel (Flix.gr), Iryna Marholina (Seance.ru), Michael Omasta (FALTER).

 

MehrWERT-Filmpreis der Erste Bank

Der 2017 zum siebenten Mal vergebene MehrWERT-Filmpreis der Erste Bank ging an:

GWENDOLYN, Ruth Kaaserer, A 2017

Jury: Silvia Bohrn, Nicolas Mahler, Boris Manner.