V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

Festivalarchiv 07

Festivalinfo

12 Tage, 321 Kinovorführungen und ein neuer Besucherrekord...

BILANZ HAUPTPROGRAMM
Mit 91.700 ZuseherInnen haben mehr Menschen als je zuvor das Festival besucht. Im Vorjahr betrug die Besucherzahl im Vergleich 88.900.
Von den insgesamt 321 Kinovorführungen waren 126 ausverkauft. Die Gesamtauslastung stieg von 78,40% im Vorjahr auf 79,20% bei der Viennale 2007. Interessant in diesem Zusammenhang ist der Vergleich an aktuellen Spiel- und Dokumentarfilmen. Lagen diese im Vorjahr noch gleich auf, so betrug 2007 die Auslastung der Spielfilme 84,3%, die Dokumentarfilme kamen auf 76,7%.

TRIBUTES & SPECIAL PROGRAMS
Unter den Tributes und Special Programs war die Jane Fonda gewidmete Personale ein großer Publikumserfolg, ebenso wie das Special Program für die amerikanische Filmemacherin Stephanie Rothman. Das Filmarchiv Austria verantwortete ein Programm über das «Proletarische Kino in Österreich».

 

RETROSPEKTIVE - Der Weg der Termiten – Beispiele eines Essayistischen Kino 1909 – 2004
Die umfangreiche und anspruchsvolle Schau unter dem Titel «Der Weg der Termiten – Beispiele eines Essayistischen Kino 1909 – 2004»  wurde vom Filmemacher und Kritiker Jean-Pierre Gorin kuratiert und war von einer Reihe ausgewählter Lectures begleitet.

 

 

 

Trailer

JEM COHEN: A TALE OF TWO CITIES

Dass eine Stadt viele Gesichter habe, heißt es oft. Dass es darauf ankäme, wo genau man sich befinde, im Zentrum oder an der Peripherie, im dichten Verkehr oder in Parkanlagen, hoch über den Dächern oder gar unter der Erde. Das Bild jeder Stadt setzt sich eben aus unzähligen Einzelbildern zusammen, aus zufälligen Momentaufnahmen, vorgefertigten Perspektiven und unerwünschten Irritationen.

Jem Cohen, der seit mehr als zwanzig Jahren auf ein ständig anwachsendes Archiv von unterschiedlichen Stadtansichten, Straßenaufnahmen und Porträts zurückgreifen kann, hat in A TALE OF TWO CITIES Bilder seiner Heimatstadt New York und solche aus Wien in Verbindung gesetzt: Die Aufnahmen der beiden Städte, die auf den ersten Blick keinen Zusammenhang bilden, formen dabei eine buchstäblich neue Perspektive: Die offensichtlichen und bekannten Unterschiede von Architektur und Straßenbild werden zunehmend aufgehoben, die Orte – ein leerer Treppenaufgang hier, eine belebte Straße dort – tauschen miteinander Form und Eigenschaft.

Je ähnlicher sich die meist nächtlichen Bilder dabei werden, die lange Geschichte der beiden Städte für eine Minute zu einer gemeinsamen wird, desto eindringlicher irritieren weiße, leblose Gesichter: Aufgenommen im anatomischen Institut der Universität, blicken die toten Augen von Wien als stumme Zeugen auf ihre Betrachter zurück.

 

JEM COHEN: A TALE OF TWO CITIES

USA/A 2007, 1 Minute
35 mm/1:1,33/SW, kein Dialog
Realisation: Jem Cohen
Musik: Andy Moor
Produktion: Jem Cohen im Auftrag der Viennale
Weltrechte: Viennale, Siebensterngasse 2, 1070 Wien, T +43 1 526 59 47,
office@viennale.at
Weltvertrieb: Sixpack Film, Neubaugasse 45/13, 1070 Wien, T +43 1 526 09 90,
office@sixpackfilm.com

JEM COHEN
Geboren 1962 in Kabul, Afghanistan. Beginnt mit Installationen und Kurzfilmen, bevor er sich dem Experimental- und Dokumentarfilm zuwendet. Seine Arbeit verbindet Elemente aus Dokumentarfilm, Essayfilm und Musikvideo, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und in die Sammlungen des MoMa und des Whitney Museums in New York aufgenommen. Jem Cohen lebt in New York.
Spielfilme: CHAIN (USA/D 2004), MUSEUM HOURS (A/USA 2012).
Dokumentarfilme: INSTRUMENT (mit und über Fugazi) und BENJAMIN SMOKE (in Co-Regie mit Peter Sillen). Darüber hinaus arbeitete er mit zahlreichen MusikerInnen wie Terry Riley, the Ex, Sparklehorse, Blonde Redhead, R.E.M., Elliott Smith, Godspeed You Black Emperor!, Miracle Legion, Jonathan Richman, Patti Smith, Vic Chesnutt, Stephen Vitiello und Gil Shaham with the Orpheus Orchestra zusammen.

Gäste

Das Festival konnte so viele wichtige und spannende Persönlichkeiten des Weltkinos als Gäste begrüßen, wie selten zuvor. Insgesamt kamen 130 RegisseurInnen, SchauspielerInnen und andere Filmgäste zur Viennale 2007, um ihre Arbeiten zu präsentieren und für Publikumsgespräche und andere Veranstaltungen zur Verfügung zu stehen.
Darunter waren:

Jane Fonda, Viennale 2007JANE FONDA
Geboren 1937 in New York als Tochter von Henry Fonda und Frances Seymour Fonda. 1968 internationaler Durchbruch für ihre Rolle in Roger Vadims Barbarella, durch die sie zu einem der bekanntesten „Sexsymbole“ des Jahrzehnts wird.

Ab Ende der 60er Jahre engagiert sich Fonda in der Friedensbewegung sowie gegen den Vietnamkrieg. 1972 erhält sie ihren ersten Oscar als Beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle der Prostituierten Bree Daniels in Klute. Fonda bringt ihre politische und soziale Einstellung immer wieder auch in ihre künstlerische Arbeit ein, etwa in THEY SHOOT HORSES, DON'T THEY?, THE CHINA SYNDROME oder dem Heimkehrerdrama COMING HOME, für das sie ihren zweiten Oscar erhält. In den 80er Jahren beginnt auch Fondas Einsatz für Sport und Gesundheit. Ab Mitte der 80er Jahre zieht sie sich schließlich von der Filmarbeit zurück und konzentriert sie sich in erster Linie auf soziale Themen. 2005 erscheint ihre Autobiografie „My Life So Far“ und wird zu einem internationalen Erfolg. 2005 taucht Jane Fonda mit MONSTER-IN-LAW erstmals wieder auf der Leinwand auf, 2007 erschien ihr jüngster Spielfilm GEORGIA RULE.
Sandrine Bonnaire, Viennale 2007SANDRINE BONNAIRE
Geboren 1967 in Gannat, Frankreich. Spielt 1983 in A nos amours von Maurice Pialat und erlangt in der Folge in SANS TOIT, NI LOI von Agnès Varda Berühmtheit. Ist heute eine der bekanntesten und beliebtesten Schauspielerinnen Frankreichs. ELLE S'APPELLE SABINE ist ihr erster Film als Regisseurin.
Moritz Bleibtreu, Viennale 2007MORITZ BLEIBTREU
Moritz Bleibtreu, 1971 in München geboren, zählt inzwischen zu den bedeutendsten deutschen Schauspielern. Der Sohn von Hans Brenner und Monika Bleibtreu absolvierte eine fundierte internationale Schauspielausbildung und stand danach im Hamburger Schauspielhaus zum ersten Mal auf der Bühne.Filme (Auswahl): KNOCKING ON HEAVEN'S DOOR (D 1996), LOLA RENNT (D 1997), DAS EXPERIMENT (D 2001), ELEMENTARTEILCHEN (D 2006), FREE RAINER (2007).
Todd Haynes, Viennale 2007TODD HAYNES
Geboren 1961 in Kalifornien. Kunststudium an der Brown University. 1978 entsteht sein erster Kurzfilm SUICIDE. Für SUPERSTAR: THE KAREN CAPENTER STORY (USA 1988) erhält er den Golden Gate Award beim Filmfestival in San Francisco. POISON (USA 1991), der Kurzfilm DOTTIE GETS SPANKED (USA 1993) und SAFE (UK/USA 1995) werden ebenfalls preisgekrönt. 1998 entsteht VELVET GOLDMINE (UK/USA 1998), seine Hommage an den Glam-Rock, 2002 das Melodram FAR FROM HEAVEN (F/USA 2002).

Nina Hoss, Christian Petzold, Viennale 2007WEITERE GÄSTE

Auch der Kameramann und zweifache Oscarpreisträger Haskell Wexler, die Schauspielerin Nina Hoss, der Kurator der Retrospektive Jean-Pierre Gorin oder der Kameramann Ed Lachmann, sowie eine Reihe außerordentlicher Regisseure, darunter Jem Cohen, Masahiro Kabayashi, Hal Hartley, Nicolas Klotz, Tom Kalin, Christian Petzold oder Nicolas Philibert waren bei der Viennale 2007 zu Besuch. Die Filmemacherinnen Stephanie Rothman, Nina Menkes und Pascale Ferran, denen die Viennale jeweils ein Special Program widmete, folgten ebenfalls der Einladung nach Wien.
Nicht weniger wichtig für das Festival und das Kino insgesamt sind jene großen Autorenfilmer Peter Hutton, Heinz Emigholz, Su Friedrich, Harun Farocki, Jean-Claude Rousseau, Peter Nestler oder Thom Andersen, von denen viele seit Jahren fixe Besucher und Gäste der Viennale sind.

 

Sujet

Sujet der Viennale 2007
Konzept und Realisation: Rainer Dempf
© Viennale

Photos

Hier einen Auswahl der schönsten Fotos der Viennale 2007.

Rahmenprogramm

EVENTS ZENTRALE
Elementarer Bestandteil des Festivals war wieder die Viennale Zentrale im Dachgeschoss der Urania. Neben Parties und Live-Konzerten, sorgten verschiedenste DJs für die musikalische Unterhaltung.   Auch die beliebte Reihe «Filmemacher an den Plattentellern» wurde fortgesetzt. 2007 unter anderem an den Turntables:  Serge Bozon, Todd Haynes, Tom Kalin, Mike Ott, Nina Menkes und Kurt Palm.

LECTURES UND DISKUSSIONEN
Tagsüber wurde in der Viennale Zentrale ein umfangreiches Rahmen- programm geboten. Bei Diskussionen und Lectures mit VertreterInnen der
Filmbranche wie Thom Andersen, Jem Cohen, Jean-Pierre Gorin, Stephen Kijak, Matthew Porterfield oder Esther B. Robinson konnten die BesucherInnen ihre Filmerfahrungen reflektieren und diskutieren. Zu den Höhepunkten des diesjährigen Zentrale-Programms zählten die Zweiergespräche zwischen den beiden Regisseurinnen Stephanie Rothman und Nina Menkes sowie zwischen Todd Haynes und Tom Kalin.

PREMIEREN UND GALAS
Neben den beiden großen Rahmenevents mit über 1000 geladenen Gästen - der Eröffnungsgala im Rathaus und dem Abschlussfest (heuer erstmals im Volksgarten) -  fand auch heuer wieder das Lusthausfest im Prater statt.
Neben zahlreichen nationalen Filmpremieren mit prominenter heimischer Besetzung (IMPORT EXPORT, FEE RAINER) stellte die Gala zu Ehren von Jane Fonda in Anwesenheit der Schauspielerin einen weiteren Höhepunkt des Festivals dar.  

VIENNALE SPECIAL: EMPIRES OF TIN
Erstmals in ihrer Geschichte vergab die Viennale ein Auftragswerk: Der Regisseur und Dokumentarist Jem Cohen hat am 1. November einen Live-Abend mit Film und Musik gestaltet. Sein dafür in New York und während seines Wienaufenthalts gedrehtes Filmmaterial wurde dabei in einer beeindruckenden Live-Performance vom legendären amerikanischen Singer-Songwirter Vic Chesnutt sowie Musikern von Silver Mt. Zion (Efrim Menuck, Jessica Moss, Thierry Amar und Eric Craven), Fugazi (Guy Picciotto) und The Quavers (T. Griffin und Cathrine McRae) begleitet.

VIENNALE SPECIAL: VIC CHESNUTT & BAND 
Unter Mithilfe von Jem Cohen stellte Vic Chesnutt für seine neue CD «North Star Deserter» ein Pop-Orchester zusammen, das seine intimen Lieder mit verzerrten Gitarren und subtilen Dissonanzen auf die schiefe Bahn brachte. Diese «North Star» Band, die Vic Chesnutt ebenfalls bei «Empires of Tin» begleitete,  stellte bei einem Exklusivkonzert am 2. November mit dem Songwirter das Material der neuen CD vor.

Filmpreis

WIENER FILMPREIS

Im Jahr 2007 ging der Wiener Filmpreis an:

RULE OF LAW
Susanne Brandstätter, A 2006

Jury: Helga Bergmann, Susanne Michel, Olga Neuwirth, Linda Stift und Ralph Wieser.

FIPRESCI PREIS

Im Jahr 2007 ging der FIPRESCI Preis an:

SHOTGUN STORIES
Jeff Nichols, USA 2007

Jury: Erika Koriska (Österreich), Michel Ciment (Frankreich), Jurij Meden (SIowenien) und Andrei Plakhov (Rumänien)

STANDARD-VIENNALE-PUBLIKUMSPREIS

Im Jahr 2007 ging der STANDARD-Viennale-Publikumspreis an:

RUBLJOVKA – STRASSE  ZUR GLÜCKSELIGKEIT
Irene Langemann, D 2007

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