V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

Festivalarchiv 96

Festivalinfo

1996 machte die Retrospektive "Before the Code. Hollywood 1929-1934" den kinematographischen Reichtum dieser Jahre sowie ihre Bedeutung für die Debatte über Sexualität, Gewalt und Moral im Kino sichtbar.

 

Trailer

GUSTAV DEUTSCH: FILM IST MEHR ALS FILM

«Film» ist das Wort, bildfüllend, weiß auf grün, stumm. Dann beginnen die Dinge sich zu bewegen, Schriften zu rollen und die Eindrücke zu prasseln: mehr allerdings in die Gehörgänge als in Richtung Netzhaut, obwohl man da immer wieder, ganz kurz nur, ein Auge sehen kann, alleingelassen und «bigger than life»: ein zerlegter Mensch – und ein Film für die Ohren. Das Kino folgt, nicht nur bei Deutsch und nicht nur manchmal, einer verqueren Logik.

24 Begriffe, zur Ohren- und Augen-Nahversorgung Kino assoziiert, 24 Zweisekünder als Minimalfilme über die audiovisuelle Kunst: «Erinnerung» steht da zu lesen, während ein emtionsschwangeres Orchester-Kürzel alle Rückblenden der Filmgeschichte vertritt, für die Propaganda wirbelt eine kriegerische Trommel kurz, und zum Insert «Sprache» fällt einer unbekannten Stimme, sehr zu Recht, Godard ein. Die Leidenschaft ist ein knapper Dialog unter Kinoliebenden und Licht & Finsternis schließlich nur eine Salve trockener Revolverschüsse. Das Kino ist ein Schlachtfeld und eine «amour fou», die Zeit zwischen zwei Lidschlägen oder auch: das künstlich abgegrenzte Gebiet zwischen zwei Pfeiftönen.
Ein Werbefilm, vielleicht, aber einer, der sein Werbeziel hinter sich lässt, weil er in ein paar Sekunden tausend Aspekte des Filmschauens, Filmhörens und Filmliebens in eine Nussschale packt: die komprimierte Cinéphilie.

 

GUSTAV DEUTSCH: FILM IST MEHR ALS FILM

A 1996, 1 Minute
35 mm/1:1,66/Farbe
Idee und Realisation: Gustav Deutsch
Kamera: Georg Eisnecker
Tonschnitt: Dietmar Schipek
Titel: Blow Up Trickfilm
Darstellerin: Regina Schlagnitweit
Produktion: Viennale/Gustav Deutsch, Morizgasse 7/19, 1060 Wien, T + 43 1 596 20 91, F + 43 1 596 20 91
Weltvertrieb: Gustav Deutsch

GUSTAV DEUTSCH

Geboren 1952 in Wien. Zeichnungen seit 1963, Musik seit 1964, Fotografie seit 1967, Architektur seit 1970, Video seit 1977, Film seit 1981, Aktionen seit 1983 in Österreich, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, England, Marokko, Griechenland und Türkei.
Filme (Auswahl): ASUMA (1984), WOSSEA MTOTOM (1986), ADRIA, URLAUBSFILME 1954-68 (1990), WELT/ZEIT 25.812 MINUTEN (1990), AUGENZEUGEN DER FREMDE (1993), 55/95 (1994), MARIAGE BLANC (1996), FILM IST (1-6) (1998), FILM IST. (7-12) (2002), WELT SPIEGEL KINO (2005), FILM IST. A GIRL & A GUN (2009).

Sujet

Sujet der Viennale 1999
Konzept und Realisation: Oliver Kartak
© Viennale

Photos

Filmpreis

WIENER FILMPREIS

Im Jahr 1996 ging der Wiener Filmpreis an:

JENSEITS DES KRIEGES
Ruth Beckermann, A 1996

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