Festivalarchiv 10

Festivalinfo

BILANZ DER VIENNALE 2010
Mit 96.300 ZuseherInnen gelang der Viennale 2010 wieder ein leichter Zuwachs an Besucherzahlen. Im Jahr davor betrug die Anzahl der BesucherInnen 94.800. Leicht gestiegen ist auch die Gesamtauslastung des Festivals. Lag diese letztes Jahr bei 79,60%, so ist sie bei der Viennale 2010 auf 79,80% gestiegen.
Die Anzahl der Kinovorstellungen blieb mit 351 nahezu gleich wie 2009, was auch für die Anzahl der ausverkauften Vorstellungen mit 123 galt. Deutlich mehr als ein Drittel der Vorführungen war ausverkauft war. Was den Vergleich von Spielfilmen und Dokumentarfilmen im Hauptprogramm angeht, so war die Auslastung wie schon in den Jahren zuvor in etwa ausgeglichen, was ein weiteres Mal unter Beweis stellte, wie gleichwertig diese verschiedenen filmischen Formen beim Festival wahrgenommen werden.
Beim Festival 2010 wurde ein besonders umfangreiches Kurzfilmprogramm gezeigt, das vom Publikum sehr gut angenommen wurde. Die erstmalige Programmierugn eines Kurzfilmprogrammes im Gartenbaukino bewährte sich vollauf.

TRIBUTES & SPECIAL PROGRAMS
Unter den Tributes und Special Programs war das dem amerikanischen Regisseur Larry Cohen gewidmete Programm mit einer Reihe von ausverkauften Vorführungen eines der erfolgreichsten der vergangenen Jahre.  Auch das vom Filmarchiv Austria veranstaltete Special zum österreichischen Stummfilmkino der 1920er Jahre war hoch ausgelastet. Ein weiteres Tribute war dem französischen Kameramann William Lubtchansky gewidmet.

 
RETROSPEKTIVE - Eric Rohmer
Die jährliche gemeinsam mit dem Filmmuseum veranstaltete Retrospektive war 2010 Eric Rohmer gewidmet und konnte mit knapp 4.700 BesucherInnen einen schönen Erfolg verbuchen.

«Die Viennale freut sich sehr über den Umstand, dass es im Lauf der Jahre gelungen ist, ein wechselseitiges Vertrauensverhältnis zwischen dem Festival und seinem Publikum aufzubauen. Ein Vertrauensverhältnis, das auch eine riskante Programmierung erlaubt, die vom Publikum honoriert wird – wie der besondere diesjährige Erfolg des umfassenden Kurzfilmprogramms oder der Erfolg des Tributes to Larry Cohen beweisen.»
Hans Hurch.

Trailer

APICHATPONG WEERASETHAKUL: EMPIRE

EMPIRE ist ein Film über das Suchen und das Finden. Da ist zunächst einmal das, was man sieht, und das sind ein Taucher mit blendend weißem Helm, eine Höhle oder Grotte, an deren Wänden sich die Kamera vorsichtig entlangtastet, und zuletzt eine Hand, die in den Sand greift, um ein paar Muscheln aufzulesen und spielerisch durch die Finger gleiten zu lassen. Unterlegt sind diese Bilder mit einem polyphonen Rauschen, Hämmern und Klappern, dessen Ursprung im Dunkeln bleibt. Hat der Taucher etwas gesucht und jemand anderer etwas gefunden? Möglicherweise.

Apichatpong Weerasethakul überlässt es wieder einmal der Imagination des Zuschauers, diese Leerstelle zu füllen und sich selber eine Antwort zu finden. Wer will, kann hier angesichts der buchstäblich fantastischen Langfilme Weerasethakuls über Dschungellichter und Höhlenfinsternis philosophieren, doch während man das macht, ist man bereits unbemerkt den Spuren des Filmemachers gefolgt – und selbst zum Suchenden geworden.

«Die Offenheit ermöglicht erst, Dinge zu entdecken», meint Weerasethakul, und das ist wohl die beste Voraussetzung für einen Festivaltrailer. Warum dieser Film EMPIRE heißt? Finden Sie es heraus.

 

 

APICHATPONG WEERASETHAKUL: EMPIRE
Thailand/A 2010, 2 Minuten
35 mm/1:1,85/Farbe, kein Dialog

Realisation Apichatpong Weerasethakul
Produktion Apichatpong Weerasethakul im Auftrag der Viennale
Weltrechte Viennale, Siebensterngasse 2, 1070 Wien, T +43 1 526 59 47, office@viennale.at
Weltvertrieb Sixpack Film, Neubaugasse 45/13, 1070 Wien, T +43 1 526 09 90 office@sixpackfilm.com

APICHATPONG WEERASETHAKUL
Geboren 1970 in Bangkok. Filmstudium am School of the Art Institute in Chicago. Nach dem Dokumentarfilm MYSTERIOUS OBJECT AT NOON (2000) etabliert er sich mit den Spielfilmen BLISSFULLY YOURS (2002) und TROPICAL MALADY (2004) als einer der bedeutendsten asiatischen Filmemacher. Seine Filme werden regelmäßig bei der Viennale präsentiert: WORDLY DESIRES (2005), SYNDROMES AND A CENTURY (2006), UNCLE BOONMEE WHO CAN RECALL HIS PAST LIVES (2010), MEKONG HOTEL (2012).

 

Gäste

Mike Leigh, Viennale 2010122 RegisseurInnen und SchauspielerInnen waren zu Gast bei der Viennale 2010. Neben den großen Namen wie John Turturro, Olivier Assayas, Mike Leigh, Lou Reed oder Cannes-Sieger Apichatpong Weerasethakul folgten auch spannende Neuentdeckungen wie Athina Tsangari oder Rusudan Pirveli der Einladung nach Wien. Nina Menkes und Marco Bellocchio waren ebenso zu Gast bei der Viennale 2010 wie Klaus Lemke und Rudolf Thome.

Sujet

Sujet der Viennale 2010

Konzept und Realisation: Rainer Dempf

© Viennale

Photos

Hier eine Auswahl der schönsten Fotos der Viennale 2010.

Rahmenprogramm

VIENNALE FESTIVALZENTRUM AM BADESCHIFF
Das Badeschiff am Wiener Donaukanal diente 2010 zum zweiten Mal als Festivalzentrum der Viennale. John Turturros Auftritt war genauso ein Höhepunkt wie die Diskussionen «Wien! Aber wie?» mit Andrea Maria Dusl, André Heller und Anneliese Rohrer, oder «Schluss mit halblustig. Zur Lage der heimischen Programmkinos» mit Vertretern der österreichischen Programmkinoszene. Der argentinischen Regisseur Eduardo Cozarinsky las gemeinsam mit der Burgschauspielerin Melanie Kretschmann aus seinem literarischen Werk. Auch zahlreiche DJ-Lines, Partys und Live-Konzerte erfreuten sich großer Beliebtheit beim Publikum: darunter der Live-Auftritt der heimischen Musikpioniere Radian oder DJ-Lines von Gelitin und des deutschen Designers Bernhard Willhelm. Beim beliebten Format «FilmemacherInnen an den Plattentellern» probierten sich 2010 unter anderen Matthew Porterfield, Aaron Katz, Siegfried A. Fruhauf oder Johannes Hammel als DJs.           
Bei den vielen äußerst zahlreich besuchten Veranstaltungen wurde ersichtlich, dass das Badeschiff noch einmal deutlich besser angenommen wurde als im Jahr zuvor.

GALAS UND SPECIAL EVENINGS
Bei der Eröffnung der Viennale wurde auch der V’10-Trailer EMPIRE in Anwesenheit seines Regisseurs, dem Cannes-Sieger 2010 Apichatpong Weerasethakul, vorgeführt.
Anlässlich des Tributes an Larry Cohen lud die Viennale zu einer Galavorführung des Films THE PRIVATE FILES OF J. EDGAR HOOVER in Anwesenheit eines sichtlich gut gelaunten Larry Cohen.
Neu im Programm war bei dieser Festivaledition die Schiene «Special Evenings»: Lou Reed präsentierte sein Erstlingswerk RED SHIRLEY im Gartenbaukino und stand dem Publikum anschließend an die Vorführung zu einem Gespräch zur Verfügung. Die beiden alten Freunde Merv Bloch und Larry Cohen trafen einander im Metrokino zu einem Double Feature unter dem Titel «Don’t call us, we’ll call you» und begeisterten das Publikum mit ihrer Zweierconférence.
Ein ruhigerer Abend war dem Andenken des kurz zuvor verstorbenen Filmhistorikers und Regisseurs Günter Peter Straschek gewidmet. 

MATINÉE: SCHEITERN, SCHEITERN, BESSER SCHEITERN!
 Ruth EhrmannMit einer gemeinsam mit dem ORF spontan realisierten, zusätzlich ins Programm genommenen Matinée gelang es der Viennale, an einem Sonntagvormittag das Gartenbaukino zu füllen. Über 700 BesucherInnen erfreuten sich an dem Film SCHEITERN, SCHEITERN, BESSER SCHEITERN! mit Gert Voss und Harald Schmidt als Protagonisten. Anschließend an die Filmvorführung  plauderten Gert Voss und André Heller, der die Idee für den Film hatte, auf der Bühne des Gartenbaukinos über die Dreharbeiten und das Theaterleben.

Filmpreis

WIENER FILMPREIS

 Im Jahr 2010 ging der Wiener Filmpreis an:

Kategorie Spielfilm
RAMMBOCK
Marvin Kren, D 2010

Kategorie Dokumentarfilm
KICK OFF
Hüseyin Tabak, A 2009

Jury: Sabine Gruber, Amina Handke, Katharina Lorenz, Hans Schabus, Martin Skerwald aka Skero

FIPRESCI PREIS

Im Jahr 2010 ging der FIPRESCI Preis an:

PERIFERIC
Bogdan George Apetri, Rumänien/Österreich 2010

Jury: Peter Keough (USA), Anjelika Arthyuk (Russland), Roman Scheiber (Österreich) und Müge Tüfenk (Türkei)

STANDARD-VIENNALE-PUBLIKUMSPREIS

Im Jahr 2010 ging der STANDARD-Viennale-Publikumspreis an:

MARWENCOL
Jeff Malmberg, USA 2010

Jury: Sandra Gugic, Alejandro Ruiz, Katharina Stöger, Andrea Strommer, Christian Tschugg