SE ROKH

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Jafar Panahi (Iran 2018)
Das Mullah-Regime hat Panahi aus dem offiziellen iranischen Filmschaffen verbannt, mit 20 Jahren Ausreise- und Interviewverbot belegt. Und nun, nach den kassiberhaften, von introspektiver Reflexion bestimmten Privatfilmen aus dem Hausarrest, ein minimalistisches Roadmovie wie ein subtiler Befreiungsschlag zurück ins Offene, hin zu den Gesichtern der anderen. Unübersehbar auch eine funkelnde Hommage an drei Generationen weiblicher Selbstbehauptung und Kreativität. Ein Suizid-Selfie als raffinierter Hilferuf aus dem patriarchalen Hinterland mag für die Adressaten unverschämt sein, der nach alter Sitte tobende Bruder hingegen ist jetzt schon nur noch eine vorgestrige Figur. (Stephan Settele)