Die Viennale hat ihr Erscheinungsbild und ihre Graphik in diesem Jahr einer vorsichtigen Überarbeitung unterzogen. Die Erneuerung des Logos und die Wahl einer neuen Typographie haben dabei die vertraute Anmutung des Festivals weitgehend respektiert, zugleich ist das Bisherige ein wenig klarer und lebendiger geworden. Die beiden hier vorgestellten Plakate zeigen das klassische Hauptsujet des kommenden Festivals sowie die Ankündigung zur Retrospektive Fritz Lang. Das Viennale-Sujet ist die Bearbeitung einer Fotografie aus dem Jahre 1841, einer der frühesten fotografischen Versuche des englischen Forschers William Henry Fox Talbot. Dokument von größter Einfachheit und Lebendigkeit und zugleich geheimnisvolles und gespenstisches Lichtbild. Ein Fotogramm von durchlässiger Schönheit, Abbild und Erinnerung des Lebendigen und dadurch jedem einzelnen Filmkader verwandt, der in seiner Vielzahl und Abfolge das Bewegungsbild des Kinos, so wie wir es kennen, bestimmt. Zugleich, wenn man so will, noch einmal die leidenschaftliche Beschwörung des Kinematographischen im Zeitalter der allumfassenden Digitalisierung.
Das Plakat zur Retrospektive 2012, die dem Regisseur Fritz Lang gewidmet ist, ist eine Ausschnittvergrößerung aus dem Film LE MÉPRIS von Jean-Luc Godard aus dem Jahre 1963. In diesem Film spielt der damals 73-jährige Lang einen großen, alten Hollywoodregisseur mit dem Namen Fritz Lang, der in Italien an einer Verfilmung der «Odyssee» arbeitet. Eine berührende, melancholische Hommage des um viele Jahre jüngeren Godard für einen der bedeutendsten Regisseure der Geschichte des Kinos.


