Eine iranische Insel im Persischen Golf. Das Meer ist hier beinahe leergefischt, und so leben die Einwohner fast ausschließlich vom Schmuggel: In kleinen Booten befahren die Männer das Meer, transportieren ihre Waren und trotzen dabei Stürmen und der Küstenwache. Der 13-jährige Motu, dessen Vater von einer Fahrt nicht mehr nach Hause gekommen ist, als er Flüchtlinge außer Landes brachte, arbeitet ebenfalls in diesem gefährlichen Geschäft. Doch der Junge gibt die Hoffnung nicht auf und sucht nach wie vor nach einem Lebenszeichen des Verschwundenen, während er die Verantwortung für seine schwangere Mutter und seine Schwester übernehmen muss. Dabei freundet sich Motu, ein großer Fan des Fußballstars Ronaldinho, mit Mahmoud, einem älteren Schmuggler, an.
Der iranische Filmemacher Ramtin Lavafipour konzentriert sich in
Be Calm and Count to Seven weniger auf die sozialen oder politischen Umstände, sondern lässt diese wie einen Hintergrund durchscheinen, um die Geschichte Motus zu erzählen und das Leben der Schmuggler zu beschreiben. Geduldig beobachtet er etwa die Verteilung der an den Strand gebrachten Waren und die endlose Wartezeit der Frauen am Meer. Er betrachtet die undurchdringliche Wasseroberfläche, wenn Motu ohne Atemgerät taucht, hält die Gesten der Seeleute fest und geht geheimen Träumen nach. Die Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren formen dabei wie zufällig ein gesellschaftliches Bild, das die unterschiedlichen Interessen widerspiegelt, sei es innerhalb der Familie, in der Arbeit oder im Verhältnis zur Obrigkeit.
RAMTIN
LAVAFIPOUR
Geboren 1973 im Iran. Filmstudium an der Universität von Teheran. Dreht zwei Kurzfilme und mehrere Dokumentationen. Für seinen ersten Spielfilm
Be Calm and Count to Seven wird er beim Filmfestival von Rotterdam mit einem Tiger Award ausgezeichnet. Filme (Auswahl):
Wind Does not Blow only in the Sky (2001, KF),
Hederse (2003),
Wind in the Silence of Dust (2005),
Behind that Snowy Hill (2007).