V’17: OCTOBER 19 – NOVEMBER 2, 2017

SUJETS VIENNALE 2017

Konzept & Realisierung: Rainer Dempf  | © Viennale

DIE SUJETS DER VIENNALE 2017

Die Vorlage zum diesjährigen Sujet der Viennale findet sich als Einritzung im Inneren der romanische Kirche des Städtchens Moings in der Region Saintonge im Südwesten Frankreichs. Das Kunstwerk lässt sich nicht exakt datieren – wahrscheinlich stammt es aus dem 15. Jahrhundert. Die Figur scheint einen Harlekin, französisch: arlequin, darzustellen, auch wenn sie statt einer Hörnerkappe, die diesem traditionell zugeschrieben wird, einen Spitzhut trägt und das charakteristische Flickenkostüm bei der groben Linienführung nicht erkennbar ist.
Der Harlekin, der zu einer zentralen Bühnenfigur der Commedia dell’Arte wurde, ist eine vielschichtige mythische Figur, die auf irritierende Weise Widersprüchliches vereint: gleichermaßen Gauner und Heiler, Schamane und derber Possenreißer, Priester und Teufel. Mit seinem emphatisch ausgestreckten und nach oben gebogenen Arm scheint der dämonische Spaßmacher zu seinem ritualisierten Auftritt, dem Harlekin sprung, anzusetzen: „Eccomi!“ – Hier bin ich.
Das Spiel kann beginnen.

Das Plakat zur Retrospektive „Utopie und Korrektur“ wird bestimmt von einem Foto aus Michail Kalatozovs Film NEOTPRACLENNOE PIS’MO (Ein Brief, der nie ankam / The Unsent Letter) aus dem Jahr 1960.
 

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