PROPOSITIONS
Ausgewählte Beispiele eines Neuen Kinos
Michael Schlieman ist ein MI6-Spion, der für die Anti-Terror-Abteilung des britischen Geheimdienstes arbeitet. Er ist abgetaucht und wird seine «Geständnisse» im Internet publizieren - und damit die Wahrheit über die geheimen Operationen, die von verschiedenen Regierungen durchgeführt wurden, enthüllen. Es besteht demnach eine Verbindung zwischen der Versenkung des Greenpeace-Schiffs «Rainbow Warrior» und dem terroristischen Staatsmord an einem Greenpeace-Fotografen. Schlieman ist nun Teil einer Öko-Terroristengruppe.
Terrorism Considered as One of the Fine Arts basiert weitgehend auf dem gleichnamigen Roman, dem ersten Teil meiner Trilogie mit dem Titel «The Nohzone Trilogy». Der zweite Roman heißt «Nature's Child» und der dritte «Girl on the Train». Das zentrale Element des Films ist der Mord eines «idealen» Opfers. Ich wollte den Einfluss der CIA auf die britische Kultur untersuchen, der auf Fehlinformationen basiert. Ich ließ mich von Thomas De Quinceys beiden Romanen «Confessions of an English Opium Eater» und «On Murder Considered as one of the Fine Arts» inspirieren, und ich denke, es geht um Angst und Kontrolle. Oder besser gesagt: um die Angst, die der Staat verbreitet, um die Kontrolle zu übernehmen. Nachdem wir die Dritte Welt zerstört haben, zerstören wir jetzt auch diesen Planeten; Gaia rebelliert nun - und das zu Recht. (Peter Whitehead)
PETER
WHITEHEAD
Geboren 1937 in Liverpool. Studiert Physik und Kristallographie an der Universität in Cambridge. Er erhält ein Stipendium als Maler für die Slade-Kunstschule, beginnt stattdessen aber unter der Anleitung von Regisseur Thorold Dickinson Film zu studieren. 1964 wird er Nachrichten-Kameramann für das italienische Fernsehen, und die Nuffield-Stiftung tritt an ihn heran, eine halbstündige wissenschaftliche Dokumentation mit dem Titel
The Perception of Life zu drehen, die er fast ausschließlich durch ein Mikroskop filmt.
1965 dreht er
Wholly Communion über das internationale Dichtertreffen, der bei seiner Premiere in London großen Beifall findet und später beim Mannheimer Dokumentarfilmfestival ausgezeichnet wird. Nachdem Andrew Loog Oldham, Manager der Rolling Stones, den Film gesehen hat, lädt er Whitehead ein, einen Film über die Konzert-Tour der Stones in Irland zu machen:
Charlie is My Darling wird mit einer einzigen Kamera im Zeitraum von zwei Tagen in Dublin und Belfast gedreht.
Im September 1967 präsentierte Whitehead
Tonite Lets All Make Love in London und
Benefit of the Doubt beim New York Film Festival. Während seines Aufenthalts in der Stadt beginnt er das zu drehen, was später unter dem Titel
The Fall bekannt werden würde ein zweistündiger Film über das Scheitern legaler Proteste in Amerika. Whiteheads Arbeiten über die blühende Rock- und Popszene der Ära sind von gleichsam großer Bedeutung. Er schafft einige der ersten Pop-Promos für Top of the Pops für das britische Fernsehen und filmt Bands wie die Rolling Stones, The Dubliners, Eric Burdon and the Animals, The Shadows und Jimmy James and the Vagabonds, sowie Jimi Hendrix und Nico. In den frühen 70er Jahren gibt Whitehead das Filmemachen auf und verbringt zehn Jahre als Falkner in Nordafrika, Pakistan und der Arktis.
Weitere Filme (Auswahl):
Charly Is My Darling: The Rolling Stones on Tour (1965),
Fire In the Water (1977).
In Anwesenheit von Peter Whitehead.