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Straub!
NEUE ARBEITEN VON JEAN-MARIE STRAUB
Während Europa zerfällt, wird Jean-Marie Straub zum letzten europäischen Filmemacher. Oder kennen Sie einen anderen, der in einem Jahr drei Filme gemacht hat, in drei verschiedenen Sprachen. Französisch, Italienisch, Deutsch. Und tatsächlich in und mit diesen Sprachen und durch sie hindurch. Nach Texten von Maurice Barrés, Cesare Pavese, Franz Kafka. In den Wäldern der Vogesen, nahe dem toskanischen Buti, in einer Pariser Wohnung. Die Leichtigkeit und Tiefe, das Beredte und Verschwiegene, der Wald, die Musik, die Sonne, die Sprache. Bei keinem Filmemacher fällt das Mystische und das Materialistische so sehr in eins wie beim alten Straub und vielleicht ist er gar kein Filmemacher mehr, sondern ein Waldgeist, ein Fuchs, eine Stimme. Seine Filme, die er früher gemeinsam mit Danièle Huillet gemacht hat, waren einmal auch Opern, Oratorien und Singspiele, jetzt sind sie kleine Volkslieder geworden, Bagatellen und Tänze. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat zwischen den Bäumen, beim sonnigen Felsen nahe am Bach gewohnt. |