Cynthia Beatt schickte 1988 Tilda Swinton auf einem Fahrrad los, an der Berliner Mauer entlang. Swinton beginnt ihre Tour am Brandenburger Tor und fährt Richtung Westen; mal singt sie dabei, mal bemerkt sie «I'm a Wall-train», und dann beginnt sie wie ein Zug zu zischen. Sie füttert Fische, sie gerät in einen Regen, sie besucht das schottische Bataillon und wird von einem Dudelsackpfeifer begrüßt. Swinton sagt, dass diese Mauer sie aufs Tiefste abstoße. Hin und wieder auch besteigt sie eine Aussichtsplattform und schaut in den Osten hinüber, wobei sie ihrerseits streng von den Grenzsoldaten beobachtet wird. Bei der Gelegenheit fällt ihr auf, dass der gezwungen wirkenden Ignoranz, mit der die West-Berliner der Mauer begegnen, eine umso größere und intensivere Aufmerksamkeit entgegensteht, die ihr von Ost-Berlin aus gewidmet wird. Mehr als zwanzig Jahre später werden Beatt und Swinton ihre Tour wiederholen, ohne Mauer:
The Invisible Frame. (Alexandra Seitz)
Dieser Film wird gemeinsam gezeigt mit
The Invisible Frame.
CYNTHIA
BEATT
Geboren 1949 in Kingston, Jamaika. Lebt seit 1975 in Berlin. Arbeit als Schauspielerin, Regisseurin und Autorin. Mitarbeit an zahlreichen Drehbüchern. 1991 führt sie Regie bei
The Party: Nature Morte mit Tilda Swinton in der Hauptrolle.
Cycling The Frame wird im Rahmen des Tributes für Tilda Swinton gezeigt.
In Anwesenheit von Cynthia Beatt und Tilda Swinton.