V’17: OCTOBER 19 – NOVEMBER 2, 2017

NAPOLI! NAPOLI!

NAPOLI! NAPOLI!
Die Entstehung des Neuen Neapolitanischen Kinos

Am Fuße des Vesuv findet zwischen dem Ende der 1980er- und dem Anfang der 1990er-Jahre ein erstaunlicher Kreativitätsausbruch im Filmschaffen statt. Eine neue Generation neapolitanischer FilmemacherInnen taucht schlagartig auf. Sie haben einen unterschiedlichen Background an Bildung und Arbeitserfahrung, doch ihr gemeinsamer Nenner ist die Stadt Neapel. Mit ihrer geschichtsträchtigen Vergangenheit, ihren Traditionen, ihrer abwechslungsreichen Topographie, ihrem widersprüchlichen Charakter voller Leidenschaft und Gefahr, Hoffnung und Verzweiflung, stellt Neapel, das zu den am meisten gefilmten Städten Italiens zählt, ein einzigartiges Universum dar. Als Reaktion auf die traditionelle Postkartendarstellung, die bis dahin Neapels volkstümliche Filme geprägt hat, machen sich diese jungen RegisseurInnen daran, die Stadt und ihr Leben mit einem unbefangenen und kritischen Blick zu erforschen. Von 1991 bis 2001 entsteht eine eindrucksvolle Anzahl an Debutfilmen. Diesen formal äußerst unterschiedlichen Filmen liegt aber eine ähnliche Intention zu Grunde, nämlich die brisante soziopolitische Lage Neapels zu hinterfragen – von den bahnbrechenden Filmexperimenten Antonio Capuanos zu den schrillen Bildern von Pappi Corsicato, von den prägnanten Schilderungen Mario Martones zu den sensiblen Erzählungen von Antonietta De Lillo, von den poetisch-dokumentarischen Chroniken von Vincenzo Marra zur einzigartigen Weltdarstellung Giuseppe Gaudinos.

Anhand von ausgewählten Spielfilmen, die die Kritik „Neues Neapolitanisches Kino“ nennt, bietet die Viennale eine außergewöhnliche Neapelreise jenseits üblicher Klischees und legt einen der spannendsten Momente des neueren italienischen Filmschaffens offen, das bis heute seine ungebrochene Lebendigkeit bewahrt hat.  
Kuratiert von Maria Giovanna Vagenas

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