V’17: OCTOBER 19 – NOVEMBER 2, 2017

HOMMAGE AN HANS HURCH

HOMMAGE AN HANS HURCH
14 Freunde, 14 Filme

Hans Hurchs Vision des Laufbildes richtete sich gegen das Kino als Illusionsmaschine, die das erkennende Bewusstsein ausschließt und gegen die Beschleunigungsdiktate der Gegenwart. Stattdessen propagierte er die Langsamkeit und die Einfachheit einer Filmkunst, der es um Wahrheit, um politische Parteinahme und um einevisuelle Reflexion des Sozialen geht.

Diese rigorose Haltung führte dazu, dass viele Entwürfe eines vornehmlich profitorientierten Gebrauchs- und Genrekinos beim Wiener Filmfestival nicht gezeigt wurden. Regisseure, Kameraleute, Schauspieler hingegen, deren Arbeit im Einklang mit den künstlerischen Präferenzen von Hans Hurch stand, wurden oft mehrfach eingeladen und avancierten zu Freunden der Viennale und ihres Direktors. Das Festival hat nun 14 dieser, man könnte sagen: ästhetischen Komplizen eingeladen, im Andenken an Hans Hurch jeweils einen Film auszuwählen, den sie ihm widmen möchten. Darunter der Dokumentarfilmer und vielfach preisgekrönte Kameramann Ed Lachmann, der sich für IN THE MOOD FOR LOVE von Wong Kar-wai entschied. Die Schauspielerin Tilda Swinton, langjährige künstlerische Partnerin von Derek Jarman schlug AU HASARD BALTHAZAR von Robert Bresson vor, der Experimentalfilmer und Gründer der Hamburger Filmmacher Cooperative Klaus Wyborny die Hölderlin-Aneigung ANTIGONE von Danièle Huillet und Jean-Marie Straub. In diesem Film sagt die Hauptdarstellerin an einer Stelle: „Wer, wie ich, viel lebt mit Übeln, Bekommt doch wohl im Tod ein wenig Vorteil?“

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