V’17: OCTOBER 19 – NOVEMBER 2, 2017

SHOTGUN STORIES

V' 07

SHOTGUN STORIES

Jeff Nichols
USA, 2007
Spielfilme, 90min, OF

SHOTGUN STORIES

Jeff Nichols
USA, 2007
Spielfilme, 90min, OF

Darsteller: 
Michael Shannon
Son Hayes
Douglas Ligon
Boy Hayes
Barlow Jacobs
Kid Hayes
Natalie Canerday
Nicole
Michael Abbott jr.
Cleaman Hayes
Drehbuch: 
Jeff Nichols
Ton: 
Hayden Jackson
Kamera: 
Adam Stone
Schnitt: 
Steven Gonzales
Musik: 
Ben Nichols
Lucero
Ausstattung: 
Lindsey Millar
Kostüm: 
Rachel Worthen

Produktion: 
Lucky Old Sun 2905 French Place Austin, TX 78722, USA avi@uploadfilms.com
Weltvertrieb: 
Coach 14 21 rue Jean Pierre Timbaud 75011 Paris, Frankreich T 1 47 00 10 60 info@coach14.com
Format: 
35 mm
Farbe

«Ich habe keinen Truck, und ich habe kein Haus.» Deshalb zweifelt Kid, ob er seiner Freundin einen Antrag machen kann. Denn darauf kommt es an im Leben zwischen den riesigen Baumwollfeldern im Süden der USA. Ob und wie man ein guter Ehemann sein kann, ist Kid aus Mangel an Vorbildern ebenfalls nicht klar. «Ein Leben ist eine lange Zeit nur für zwei Menschen.» Sein älterer Bruder Son versucht Kid im vermüllten Garten seines Hauses weiszumachen, woran er selbst so gern glauben will: dass die Liebe alles von selbst regelt. Er erwähnt nicht, dass das für den Hass ebenso gilt. Ein paar Filmminuten später ist Kid tot, nach einer kurzen Explosion der Gewalt. Vom Kampf sehen wir nur den Beginn. Dann wird ein Messer aus einem Stiefel gezogen, und das nächste Bild zeigt schon den schwach beleuchteten Krankenhausflur, von dessen jeweiligem Ende die übrig gebliebenen Brüder zweier Familien sich anstarren. Hier geht es nicht um die Exekution der Gewalt, nicht um Schusswechsel und Autoverfolgungsjagden. Nichols verlegt die Energie seines Films in die sich hilflos verhärtenden Gesichter seiner Protagonisten, Halbbrüder aus zwei verfeindeten Familien. Alles beginnt, als Kid, Son und Boy auf der Beerdigung ihres Vaters auftauchen, der eine zweite Familie gründete, nachdem er die erste verlassen hatte. Son spuckt auf den Sarg, der Krieg ist eröffnet. Äußerlich bleibt alles ruhig, doch in den Köpfen hat sich die Spirale aus Schlag und Gegenschlag in Gang gesetzt, deren inhärente Logik auch der Zuschauer akzeptieren muss. So wie die Kamera keinen Ausweg lässt, nah bei den Figuren bleibt, begrenzt von Zimmerwänden, Traktoren oder einem Pickup. Nichols erzählt seine Geschichte effizient, mit Hilfe von Cinemascope-Bildern und Symbolen, die das Ungesagte und Unverhandelte zum Inhalt des Films machen und den zugrunde liegenden Konflikt der Mutter mit dem Vater zu einer Tatsache, mit der man fertig werden muss, die man aber nicht ändern kann. (Christoph Mayerl) Dieser Film wird gemeinsam gezeigt mit Detektive oder Die glücklosen Engel der inneren Sicherheit .

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