V’17: OCTOBER 19 – NOVEMBER 2, 2017

DUELL IM OSTEN

DUELL IM OSTEN
Valeska Grisebach – ihre Filme und Carte Blanche

Valeska Grisebach ist eine international gefeierte Vertreterin der „Berliner Schule“, sie nutzt das Kino als sinnliches Forschungsinstrument, mit dem sie untersucht, wie wir unsere Leben an Archetypen, Idealbilder, Fiktionen anschließen. Vor elf Jahren hat Grisebach mit ihrem Langdebüt SEHNSUCHT auf sich aufmerksam gemacht, einem Film aus der brandenburgischen Provinz, der abstrakte Liebesvorstellungen und Bilder des Zerbrechens einer Ehe mit atemberaubender Direktheit verschmolz. Nun kehrt sie mit einer Erzählung ins Kino zurück, die eine deutsche Baubrigade in flirrender Hitze zeigt, als wäre dies ein archaischer Außenposten der amerikanischen Kavallerie. WESTERN spielt im EU-Osten unserer Gegenwart – in und um Petrelik, einer kleinen Gemeinde in der bulgarischen Provinz Blagoewgrad. Nach dem Initiationsfilm MEIN STERN und der Dreiecksgeschichte SEHNSUCHT ist Grisebachs jüngster Film erneut mit nonprofessionellen Akteuren besetzt. Ihre Helden sind auch im realen Leben Handwerker und Arbeiter, auch die bulgarische Gemeinde spielt in verschobenen Rollen mit.

Die Viennale begleitet die Werkschau mit einer Carte Blanche – drei Extrafilme, von der Regisseurin ausgewählt: Maurice Pialats PASSE TON BAC D’ABORD ..., Miloš Formans feierlustiger LÁSKY JEDNÉ PLAVOVLÁSKY und THE GUNFIGHTER von Henry King eröffnen Dialoge mit ihren Arbeiten, in denen auch WESTERN als Grenzgang zwischen Abstraktion und packender Konkretion erscheint. In den Duellen ihrer Bauarbeiter wird Grundsätzliches verhandelt – Angst vor dem Fremden, Abgrenzung und Empathie. Sehr europäische Themen, mit offenem Showdown.

 

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