V’14: OCTOBER 23 – NOVEMBER 5, 2014

WERNER HERZOG ZU GAST

Werner Herzog
Der Regisseur und ehemalige Festivaldirektor Werner Herzog besucht die Viennale 2012

2012 feiert nicht nur die Viennale ihre 50. Ausgabe, auch ihr ehemaliger Festivaldirektor Werner Herzog beging am 5. September seinen 70 Geburtstag. Ein Grund mehr den Regisseur heuer in Wien willkommen zu heißen.

Der bedeutende deutsche Filmemacher Werner Herzog war, gemeinsam mit Reinhard Pyrker, in den Jahren 1991 und 1992 Direktor der Viennale. Zu dieser Zeit hatte er Wien aus privaten Gründen als Lebensmittelpunkt gewählt, bevor er, wenig später, in die USA übersiedelte, um eine neue Karriere als Spiel- und Dokumentarfilmregisseur zu starten. Unter dem Titel «Kino als magischer Ort» entfachte Herzog ein Leuchtfeuer aus Kinogeschichte und -gegenwart, wobei er bei der Programmierung vor allem seinen eigenen Leidenschaften und Überzeugungen folgte. Einen Weg, den auch der aktuelle Direktor Hans Hurch beständig weitergegangen ist.
Es ist der Viennale daher eine große Freude, dass Werner Herzog plant, sein altes Festival anlässlich des 50-jährigen Jubiläums zu besuchen. Der Regisseur wird, so der Stand der Dinge, bei der Eröffnung als Ehrengast anwesend sein und am ersten Viennale-Wochenende die Österreichpremiere seiner vierteiligen Dokumentationsreihe ON DEATH ROW präsentieren.
Aus diesem Anlass wollen wir zwei sehr subjektive und unterschiedliche Highlights Revue passieren lassen, die die Vorfreude auf das bevorstehende Ereignis nochmals steigern sollen.

WERNER HERZOG EATS HIS SHOE

Unter diesem Titel veröffentlichte der amerikanische Filmemacher Les Blanks 1980 eine Dokumentation, die Werner Herzog dabei zeigt, wie er nach etwa fünf Stunden Kochzeit und gewürzt mit zahlreichen Kräutern und Gewürzen seinen eigenen Schuh verspeist. Zu diesem etwas eigenwilligen Gericht kam es, nachdem Herzog eben das versprochen hatte, sollte Regisseur-Kollege Errol Morris jemals seinen Film GATES OF HEAVEN fertigstellen. WERNER HERZOG EATS HIS SHOE ist ein ebenso absurdes wie spannendes Zeitdokument, das auch den Grundstein für eine noch interessantere Dokumentation von Les Blanks legen sollte: zwei Jahre später begleitete Blanks seinen Kollegen Herzog in den Amazonas für BURDEN OF DREAMS, eine Dokumentation über die Dreharbeiten von Herzogs Film FITZCARRALDO.

 

 

 

 

Werner Herzog in der Colbert Show

Während Werner Herzog knapp 30 Jahre zuvor noch von einem „holy war“ (eine Phrase, die in den Jahren nach 9/11 unmöglich wurde) gegen das Fernsehen sprach, tritt er am 6. Juni 2011 selber in einer der großen abendlichen Fernsehshows Amerikas auf, um seinen Film CAVE OF FORGOTTEN DREAMS zu bewerben, der auch bei der vorjährigen Viennale gelaufen ist. Das fünfminütige Interview zeigt die Gewitztheit und das Genie des Mannes, der als einer der besten Regisseure der Neuzeit gilt und lässt uns die Tage zählen, bis Werner Herzog endlich wieder nach Wien kommt.