V’14: OCTOBER 23 – NOVEMBER 6, 2014

Retrospektive FRITZ LANG im Filmmuseum

Die Retrospektive der Viennale – die von 18. Oktober bis 29. November im österreichischen Filmmuseum läuft – ist dieses Jahr dem umfangreichen Gesamtwerk Fritz Langs gewidmet.

Klassiker haben es nicht leicht. Oft hängt ihnen die verbrauchte Luft von Schulzimmern nach, von Pflichtübungen, die man eher erduldet als genießt. Dass ihre Vermittlung auf diese Weise gern daneben- geht, ist nicht mehr als konsequent.

Fritz Lang, der im Pantheon der Klassiker des Kinos sitzt, hat es, was die Emanzipation seiner Werke von Lehr-Meinungen über sie angeht, womöglich besonders schwer. Denn man assoziiert mit Lang gemeinhin nicht nur den Monokel-tragenden Star, sondern auch den Mann, dem Goebbels die Leitung der deutschen Filmproduktion angetragen hatte, der diese ablehnte und zum Emigranten wurde.

Der Blick auf Langs amerikanisches Werk, das größer ist als sein deutsches, wird in dieser Perspektive verstellt. Was Lang aus seinem deutschen Werk im amerikanischen weiterentwickeln konnte und was nicht, ist das bewegende Zeugnis einer Biografie, das zu sprechen beginnt, so man die Filme in direkter Nachbarschaft sieht.

Wenn die Viennale zu ihrem 50. Geburtstag mit dem österreichischen Filmmuseum die Retrospektive also einem Sohn der Stadt widmet, Lang wurde 1890 in Wien geboren, bietet sich damit Gelegenheit, einen der klassischsten Klassiker für die heutige Zeit zu gewinnen und zu erkennen, wie seine Filme heute, also in schwierigen Zeiten, weiterhin zu uns sprechen.

Der junge Godard schrieb einmal, die exemplarische Situation bei Lang sei diese: Einem normalen Menschen wird etwas genommen, das aus seinem Leben nie wegzudenken war. Nun muss er sein Schneckenhaus verlassen und den Kampf gegen das ungünstige Schicksal aufnehmen. «Wichtig ist nicht so sehr, ob er gewinnt», sagte Lang in Interviews, «sondern, DASS er den Kampf aufnimmt.»

Programmübersicht

Österreichisches Filmmuseum,
1., Augustinerstraße 1
Tel.: 01/533 70 54 • www.filmmuseum.at