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HEINZ  EMIGHOLZ
Deutschland  1986

Drehbuch Heinz Emigholz

Kamera Heinz Emigholz

Filmtechnik Frieder Schlaich Klaus Dufke Axel Schäffer

Schnittassistenz Renate Merck

Ton Alfred Olbrisch

Musik Nikolaus Utermöhlen

Ausstattung Ueli Etter

Redaktion Alexander Wesemann


Darsteller
Klaus Behnken (Roy, der Lektor), Eckhard Rhode (Carl, der Schriftsteller), Wolfgang Müller (Fred, der Zeichner), Kyle DeCamp (Liza, die Fotografin), Carola Regnier (Bela, die Übersetzerin), John Erdman (Jon, der Architekt), Bernd Broaderup, Klaus Dufke (Rob I und II)

Produktion
Heinz Emigholz/Pym Films
Postfach 63 01 11
10266 Berlin, Deutschland
T 30 55 49 03 86, F 30 55 49 03 96

Weltvertrieb
Heinz Emigholz/Pymfilms


35 mm/1:1,37/Farbe
OF
89  Minuten

Heinz Emigholz
DER ZYNISCHE KÖRPER
THE HOLY BUNCH

   V'01
gezeigt im Rahmen der V'01


Fünf Freunde blättern in den Notizbüchern des verstorbenen Lektors Roy, der ihr Freund war, und rekonstruieren dabei ihre eigene Vergangenheit: der Schriftsteller Carl, seine Mitbewohnerin Liza, der Architekt Jon, für den Liza fotografiert, der Zeichner Fred, mit dem Carl Situationen seines Romans durchspielt, und die Übersetzerin Bela, die Freudsche Versprecher sammelt.

Carl hat Probleme beim Schreiben. Aus seiner Romanfigur Rob entwickelt sich im Fortgang der filmischen Handlung eine reale Person, die immer bedrohlicher in sein Leben eingreift. Roy unterstützt seinen Autor Carl, ist aber von einer schweren Krankheit gezeichnet. Um seinen Schwierigkeiten zu entgehen, begleitet Carl Jon uznd Liza auf einer Architekturreise, die sie vom Kölner Dom bis zu Gaudís Kathedralenbau La Sagrada Familia führt. Bela und Fred bleiben zurück und müssen sich mit Roys Verfall auseinandersetzen. In Barcelona erreicht die Reisenden die Nachricht von Roys Tod. (Gad Klein)

Der Zynische Körper untersucht die vielfältigen Beziehungen zwischen den auf Ewigkeit zielenden Baukörpern einer monumentalen Architektur und dem in seiner endlichen Lebenszeit gefangenen menschlichen Körper. Essay und Gedanke im Film, das sind meist Exzesse bildnerischer Beliebigkeiten nebst daraufgeklatschtem Kommentar. Worauf gründet sich meine Hoffnung, dem eine Form entgegenstellen zu können, in der sich Bilder und Worte nicht in gegenseitiger Beweisträchtigkeit den eigenen Zugang zur Welt abwürgen? Zündender Ausgangspunkt ist die einzelne Einstellung als möglichst perfekt organisierte Einheit. Ziel ihrer Gestaltung ist nicht ihre Funktion als Mittler zwischen den beiden benachbarten Einstellungen, sondern die Entfaltung einer größtmöglichen inneren Komplexität. Sie wird nicht primär auf den Fluss einer übergeordneten Story hinkomponiert, sondern auf inhaltliche Genauigkeit ihres fotografischen Bezuges. Ort und Qualität einer bestimmten Handlung sollen aufgezeigt werden, ohne dass die abstrakten Regeln des Storytelling den Auftritt dieser Besonderheiten verhindern. (Heinz Emigholz, 1991)

Der Film beobachtet das Leben und Treiben erlauchter intellektueller Schöngeister. Die Männner sind schwul, die Frauen mindestens bi. Sie dichten, lektorieren, zeichnen, fotografieren Kathedralen, reden prätentiös. Man mag sie. Der Experimentalfilmer Emigholz hält die Kamera vorzugsweise schief, formuliert ein neues Raumgefühl, zeigt Architektur, wie man sie nie sah. Ein faszinierendes, kauziges, melancholisches Filmessay. (Wolf Donner, 1992)

HEINZ  EMIGHOLZ
Geboren 1948 in Achim bei Bremen. Ausbildung als Zeichner, Studium in Hamburg. Arbeit als Filmemacher, Bildender Künstler, Kameramann, Schauspieler, Autor, Publizist und Produzent. Zahlreiche Ausstellungen, Retrospektiven und Vorträge. 1974 Beginn der enzyklopädischen Filmserie The Basis of Make-Up. 1978 gründet er die Produktionsfirma Pym Films. 1984 Beginn der auf 25 Teile projektierten Filmserie Photographie und jenseits über Zeichnung, Schrift und Architektur. Die VIENNALE widmet ihm 2001 ein Special Program. Weitere Filme (Auswahl): Schenec-Tady I (1972/73), Der Zynische Körper (1986-1991), Miscellanea I (1988-2001), Goff in der Wüste (2003, VIENNALE 03), Schindlers Häuser (VIENNALE 07).

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